Unternehmer kommt von unternehmen. Nicht von unterlassen.
Ich blicke gerne zurück. Ich bin kein großer Nostalgiker, aber nach anderthalb Jahren Selbstständigkeit, haben sich ein paar Dinge herauskristallisiert, die ich vorher bestenfalls theoretisch kannte. Heute weiß ich; sie gelten für mein Unternehmen genauso wie für meinen Körper.
Unternehmen kommt von unternehmen. Nicht von unterlassen.
Ich danke Eginhard Kieß für diesen Satz, den ich mir selbst immer wieder ins Gedächtnis rufe. #machen.
Gut geplant ist halb gewonnen
Das ist keine neue Erkenntnis, aber sie wird unterschätzt. Wer ein Unternehmen aufbaut ohne Plan, verliert sich in Beliebigkeit. Wer trainiert ohne Plan, trainiert irgendwas, irgendwie, irgendwann, und wundert sich, warum nichts vorangeht.
Ein guter Plan gibt Richtung. Er sagt nicht nur was zu tun ist, sondern auch warum. Bei mir bedeutete das am Anfang: Welche Dienstleistung biete ich genau an, für wen, und wie unterscheidet sich das von dem, was es schon gibt. Beim Training bedeutet es: Welches Ziel verfolge ich, wie oft trainiere ich, was baue ich zuerst auf.
Es geht um Fokus. Eine Grundlage schaffen, die es ermöglicht, die wesentlichen Punkte konstant zu fokussieren und zu wiederholen.
Perfektion tötet Fortschritt
Hier wird es unbequemer. Denn die meisten von uns (ich eingeschlossen) neigen dazu, Pläne so lange zu verfeinern, bis sie sich sicher genug anfühlen, um zu starten. Das Problem: Diesen Punkt gibt es nicht.
Das ist kein Widerspruch zur Planung, sondern eine Frage des richtigen Maßes. Ein guter Plan kennt das Ziel, die groben Schritte dahin, die eigenen Stärken und Risiken. Was er nicht braucht, ist Perfektion bis ins letzte Detail. Der perfekte Moment kommt nicht. Punkt. Und was passiert während wir auf ihn warten? Nichts.
Ich habe das an mir selbst beobachtet, hier ziemlich banales Beispiel. Ich wollte ein neues Logo für mein Unternehmen entwerfen. Wochen sind vergangen. Varianten, Farbtöne, Schriftarten, ich habe optimiert, verworfen, neu angefangen. Am Ende war das Ergebnis wieder mein erster Entwurf, mit dem ich zu starten mich anfangs nicht getraut habe. Was ich in der Zeit nicht getan habe: Kunden gewinnen, Inhalte schreiben, Klienten betreuen.
Beim Training ist es derselbe Mechanismus. Wer wartet, bis der perfekte Trainingsplan steht, die perfekte Ausrüstung vorhanden ist, der perfekte Zeitpunkt gekommen ist, wartet monatelang. Während jemand anderes längst angefangen hat, mit einem Plan, der nicht perfekt war, aber gut genug.
Fortschritt entsteht durch Wiederholung, nicht durch Perfektion vor dem ersten Versuch. Und durch Starten. Machen. Mutig sein.
Ich habe Besseres zu tun
Das klingt zunächst hart, aber es ist eine der wichtigsten Lektionen für mich gewesen. Nicht jede Idee, die gut aussieht, bringt mich weiter. Nicht jede Aktivität, die sich produktiv anfühlt, ist es auch.
Instagram ist ein Beispiel hierfür. Es fühlt sich wichtig an, nach Sichtbarkeit, Reichweite, sieht bei allen so erfolgreich aus. Aber erstens ist es mehr Schein als Sein, und zweitens kostet es Zeit. Ich habe anfangs zu viel Zeit hier verbracht, statt einfach dahin zu gehen, wo meine Klienten sind, im wahren Leben. Heute teile ich hier etwas, wenn ich Lust dazu habe. Ich lasse andere gerne teilhaben, aber ohne Zwang, ohne übertriebenen Zeitaufwand. Ich halte es simpel.
Beim Training und bei Vorgesprächen erlebe ich das bei Klienten genauso. Stundenlange Recherche zum optimalen Trainingsplan, zur perfekten Ernährungsstrategie oder zum besten Supplement. Während die zwei Stunden Bewegung pro Woche, die wirklich etwas bewirken würden, oft ausbleiben. Am Ende mache ich für meine Klienten das: Die Dinge vereinfachen. Keine komplizierten Pläne. Simpel, wiederholbar, nahbar. Sie müssen leicht umsetzbar sein. Fokus auf das Wesentliche. Alles, was man macht, ist mehr als nichts zu tun. Klein anfangen. Loslegen. Nicht verkomplizieren.
Dranbleiben
Der letzte Punkt ist vielleicht der unspektakulärste und gleichzeitig (neben Starten) der wichtigste. Pläne ändern sich. Umstände ändern sich. Manchmal muss man umdenken, neu planen, sich neu fokussieren. Aber das Ziel bleibt gleich.
Im Unternehmertum heißt das: Rückschläge gehören dazu. Ein Kunde springt ab, eine Idee funktioniert nicht wie gedacht, ein Monat läuft schlechter als erhofft. Wer dann aufhört, hat verloren. Wer umdenkt und weitermacht, kommt voran. Manchmal mit demselben Plan, manchmal mit einem völlig neuen, der zum selben Ziel führt. Hier hilft oft jemand von außen, der die Strukturierung übernimmt und einen klareren Blick mitbringt, als man ihn selbst gerade hat.
Beim Training ist es identisch. Manchmal passt ein Plan vielleicht nicht mehr. Zu lang, die Trainingszeiten verändern sich, es sind Schmerzen aufgetreten. Das ist kein Grund aufzugeben. Wer bereit ist umzudenken und Lösungen zu finden, schafft Kontinuität. Kontinuität schafft Erfolg. Auch hier kann ein Experte helfen, diesen Weg neu zu finden.
Die eigene Gesundheit wie ein Unternehmen führen
Es gibt eine Parallele, die mir immer wichtiger geworden ist: Wer sein Unternehmen ernst nimmt, schafft Verbindlichkeit. Termine werden nicht einfach abgesagt. Ziele sind nicht optional. Bei Unsicherheit holt man sich Expertise, statt alles allein zu lösen.
Würden wir unsere eigene Gesundheit genauso behandeln, sähe vieles anders aus. Der Trainingstermin wäre nicht verhandelbar, genauso wenig wie ein wichtiger Kundentermin. Das Ziel, gesund und leistungsfähig zu bleiben, wäre kein netter Nebengedanke, sondern fester Bestandteil der Planung. Und bei Unsicherheit würde man sich Unterstützung holen, statt es allein zu versuchen und irgendwann aufzugeben, oder aufzuschieben.
Was das mit Ihnen zu tun hat
Diese vier Gedanken begleiten mich seit anderthalb Jahren Selbstständigkeit und sie gelten für jeden, der etwas aufbauen möchte. Ein Unternehmen, die eigene Leistungsfähigkeit oder eine neue Gewohnheit. Der Mechanismus ist immer derselbe: Planen, anfangen, fokussieren, dranbleiben.
Wenn Sie das Gefühl kennen, eigentlich loslegen zu wollen, aber irgendwie nicht ins Handeln zu kommen, freue ich mich über Ihre Nachricht.
Wie dieser Gedanke mich selbst einmal aus einer Sackgasse geführt hat, habe ich hier aufgeschrieben.
Florian Assenmacher | Personal Trainer Oberberg
Ihr Personal Trainer in Bergneustadt, Gummersbach und dem gesamten Oberbergischen Kreis